Als
Waldorfschule in freier Trägerschaft haben wir die Freiheit und gleichzeitig
die Verantwortung, unsere Pädagogik selbst zu gestalten und die geeigneten
Lehrer für unsere Schüler zu finden. Von den Lehrern und den verantwortlichen
Eltern wird daher eine ständige Weiterentwicklung einer zeitgemäßen
Waldorfpädagogik verlangt, ebenso wie die Organisation der Schule in
Selbstverwaltung.
Die
beiden Schulleitungsgremien sind Schulführung und Vorstand des Schulvereins,
die gemeinsam die Entscheidungs- und Führungsverantwortung tragen. Bei der
Schulführung liegt die pädagogische und konzeptionelle Verantwortung, beim
Schulverein die rechtliche und finanzielle. In einzelnen Bereichen können sie
diese Verantwortung an Gremien oder an Einzelne delegieren wie z.B. an
Personalkreis, Aufnahmegremium, Basarkreis. Unterstützt werden die Leitungsgremien
von Verwaltung, Geschäftsführung und den Mitarbeiterinnen des Schulbüros.
Eltern
und Lehrer sehen sich in der Verantwortung eines gemeinsamen
Erziehungsauftrags. Auf Seiten der Eltern findet diese Verantwortung ihren
Ausdruck in einem vielfältigen Engagement, in der schulischen Selbstverwaltung
und in zahlreichen Arbeitskreisen. Eltern und Lehrer bringen ihre Kompetenzen
und Stärken in verschiedenste Bereiche des Schullebens ein. Dazu sind
gegenseitiger Respekt und gegenseitiges Verständnis, aber auch Vertrauen
unabdingbar.
Mit
unseren Schülern pflegen wir einen freundlichen, respektvollen und offenen
Umgang und erziehen zu Toleranz und Empathiefähigkeit. Die Verabredungverbindlicher Regeln schließt nicht aus, dass
jede Situation auch individuell betrachtet wird.
So
führen wir unsere Schüler zur Verantwortung für das eigene Handeln.
Das
Lehrerkollegium steht vor der großen Herausforderung, die Vereinbarkeit
waldorfpädagogischer Inhalte und Methoden einerseits und die Anforderungen der
normierten bzw. zentralen Schulabschlüsse andererseits sicherzustellen.
Lernziele und Lerninhalte sind
verbindlich in Curricula festgelegt. Wir arbeitenauf der Basis des Richter-Lehrplanes für Waldorfschulen
und im Hinblick auf die staatlichen Schulabschlüsse mit den entsprechenden
Richtlinien und Lehrplänen.
Die menschenkundlichen Aspekte
unserer Pädagogik, die Lernziele und -inhalte in den einzelnen Klassen, die
Methodik sowie die Art der Lernzielkontrollen spiegeln sich in den Curricula
wider.
Da uns die individuelle Förderung
unserer Schüler und das Eingehen auf die jeweilige Klassensituation ein
besonderes Anliegen ist, können wir bei Bedarf vom jeweiligen Curriculum
abweichen. Die notwendigen Änderungen werden in Absprache mit der Schulführung
innerhalb des Klassenkollegiums individuell für die Klasse entwickelt und
dokumentiert. Die in den einzelnen Fächern anstehenden Unterrichtsinhalte und
eventuelle Abweichungen vom Curriculum werden durch die Klassenlehrer und die
Fachlehrer auf Elternabenden dargestellt.
Die
gegenseitige Wahrnehmung im Prozess der Erarbeitung einer zeitgemäßen
Waldorfpädagogik, Toleranz und Kompromissbereitschaft sind uns wichtig. Da
jeder Pädagoge zum Erfolg des Ganzen beiträgt, ist gegenseitige Wertschätzung
gegenüber jedem Einzelnen, gegenüber der geleisteten Arbeit und gegenüber dem
jeweils vertretenen Unterrichtsfach eine Selbstverständlichkeit. Da Etabliertes
bei Bedarf hinterfragt und ggf. geändert werden muss, erwarten wir ein hohes
Maß an Verständnis- und Innovationsbereitschaft. Regelmäßige Teilnahme an Fort-
und Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb eines an unserer Schule erarbeiteten
Konzeptes soll eine Voraussetzung zur erfolgreichen Bewältigung der
spezifischen pädagogischen Aufgaben bilden.
Es wird
Wert auf gemeinsame regelmäßige pädagogische Arbeit inGesamt-, Stufen- und Klassenkonferenzen sowie
Schülerbesprechungen gelegt. Die Gemeinschaftsbildung wird gefördert durch die
Auseinandersetzung mit pädagogischen Fragen, in der der Einzelne als Person
erkennbar wird, auch im Rahmen von Kollegiumsfortbildungen. Gegenseitige
Unterstützung erfahren die Lehrer u. a. durch die Begleitung durch Mentoren und
gegenseitiges Hospitieren.
In
unserer Schulgemeinschaft können sich Eltern, Lehrer und Schüler untereinander
kennen lernen. Damit werden die Pädagogen auch als Menschen für die Schüler
erlebbar, nicht nur als Unterrichtende.
AK Schulprofil
Bergisch
Gladbach, im Januar 2006