"Wann malen wir wieder, Frau Stolz" , fragt Lukas in regelmäßigen Abständen und Emma möchte gern wissen, wann wir "Kunst" haben, als wäre dies ein nie zu stillender Hunger nach dem Schönen, das man selbst hervorbringen kann.
Lern- und Entwicklungsziele verbinden sich besonders innig im Fach Kunst, weil einerseits die Individualität des Schülers ganz aus sich heraus eine Aufgabenstellung ergreifen kann und andererseits im gemeinsamen Gestalten die Gruppe Orientierung und Halt findet. Einen besonderen Raum nimmt in der Waldorfpädagogik das Nass - in - Nass- Malen mit Aquarellfarben ein. Hierbei verfließt die Form im wässrigen Element und stärkt auf diese Weise unsere innere Lebendigkeit. In der Dynamik des Gestaltungsvorganges webt sich das Empfinden des Schülers in den aufbauenden Charakter der flüssigen Farben ein. So wirkt das Aquarellieren sowohl leiblich, als auch seelisch stärkend.
Farbenprächtig klang der Sommer Ende September aus. Das war genau der richtige Zeitpunkt, um die Leuchtkraft von Sonnenblume und Gladiole und ihre jeweils so unterschiedlichen Gesten mit dem Pinsel einzufangen.
Herbst
Die Schmetterlinge fliegen noch ein letztes Mal,
um sich dann den ganzen Winter lang zur Ruh zu legen,
und im Frühling dann wieder zu erstrahlen,
mit Freude und Schönheit.
Die Sonne blendet mich nochmal,
und die Bäume glänzen nur noch an manchen Stellen grün.
Die Gladiolen leuchten noch in allen Farben
und werden dann auch vom Winter verschluckt.
In diesem Augenblick, wo der Sommer in den Herbst geht,
fühle ich mich leicht, als ob ich fliegen würde.
R.R.