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Deutschunterricht in Klasse 9
Schreiben anhand von Bildern ...

Deutschunterricht hat mehrere Seiten: Verstehen, Analysieren, Interpretieren, Zusammenfassen und auch selbst Schreiben.

Im Schuljahr 2007/2008 haben SchülerInnen der Klasse 9 anhand von Bildern eigene Texte verfasst. Zwei Beispiele zeigen, was entstehen kann, wenn die Gedanken fließen - hier anhand von Edward Hopper: Two on the Aisle:


Niles schien schon immer Ahnung von Kunst und Theater zu haben. So erscheint es mir jedenfalls. Er redet viel, das hat er schon immer getan. Als ich ihn kennenlemte, war er noch mit Lauren verheiratet. Eigentlich bildeten sie ein tolles Paar, das haben damals alle gesagt. Beide sind kultiviert und scheinen irgendwie Ahnung von allem und jedem zu haben. Irgendwann ging es dann aber in die Brüche. Lauren ... neben ihr wirkte ich schon immer farblos, gar gesichtslos. Sie trägt ständig diese auffälligen Kleider und hat keine Angst vor den Blicken anderer. Niles sieht erst nach nichts aus, doch er redet laut, deshalb hört ihm jeder zu. Wenn man laut redet, denken die Leute man hat etwas wichtiges zu sagen. Und je lauter er redet, desto wichtiger wirkt das was er sagt, hab ich das Gefühl.
Ins Theater will er gehen, schon wieder. Das letzte Mal, als wir im Theater waren, habe ich nichts verstanden. Ich bin ja auch nicht so geistvoll wie Niles oder Lauren. Was übrig von jenem Theaterbesuch blieb, waren überdramatisierte Gesichter, die für mich keinen Sinn machten. Und nun schon wieder.
Ich ziehe nichts auffälliges an. Mein schwarzes Kleid, den grünen Mantel. Bloß nicht zu ausgefallen, sonst wird man mich noch anstarren. Ein Mensch ohne Gesicht wird niemandem auffallen, das hat es noch nie getan. Im Taxi spüre ich die Sehnsucht nach Einsamkeit, Vertrautheit. Draußen sind Hunderte von Menschen. Sie reden und lachen und scheinen sich wohl überall sicher zu fiihlen. Ich mag es draußen nicht. Es ist kalt und ich wickle mich in meinen Mantel ein. Die Haare muss ich mir immer wieder aus dem Gesicht streichen. Ich blinzle mit den Augen weil es so windig ist und dann stoß ich auch noch einen Mann an. Ich entschuldige mich vielmals, doch Niles zerrt mich nur weiter. Mit einer kindischen Vorfreude geht er das Stück hinab zum Theater, mit mir im Mantel versunken hinter ihm her laufend. Endlich sind wir da. Drinnen fiihle ich mich kein Stück besser, wegen der vielen Leute. Eigentlich weiß ich gar nicht was wir uns ansehen wollen. Es geht um das Leben und die Gedanken eines Mannes dazu, soweit ich mich entsinne hatte das Niles gesagt. Aber das ist eigentlich egal, ich werde es sowieso nicht verstehen. Bald schon sitzen wir dann im dunklem Saal und vor uns erstrahlt das Licht der Bühne. Das Stück ist ermüdend: Gedanken, die selbst mir schon mal gekommen sind und Gefiihle, die dem Auffand eines Theaterstückes nicht wert sind, das ist alles was ich davon halte. Aber ich kann das nicht beurteilen. Denn immer wenn ich zu Niles herüber blicke, sehe ich seine begeisterten Augen die wie gebannt das Stück verfolgen. Nach dem Stück bleiben wir noch länger sitzen, weil ich es nicht ausstehen kann sich mit vielen Leuten gleichzeitig durch einen Ausgang zu quetschen. Niles redet ununterbrochen und ich habe nur ein leichtes Nicken übrig. Als wir aufstehen, erblicke ich mit Erstaunen Lauren, die beinahe hinter uns sitzt und ein Buch liest. Sie trägt eines dieser auffälligen Kleider. So laut wie Niles redet, hat sie uns schon lange bemerkt und lächelt uns zu. Ich frage sie ob ihr das Stück gefallen habe. "Nun, es war ein wenig ... " sie blickt zu Niles hinüber und sagt dann vorsichtig:  " ... ein wenig trocken." Und mit einem seltsam triumphierendem Gefiihl sage ich: " Ja, trocken, das trifft es wohl genau."
Ende
von S. Z.


Die Sonnenkönigin
Eines Morgens rief die Sonnenkönigin drei Steinmetze zu sich. Die Sonnenkönigin befahl den Steinmetzen sie auf einer Steintafel darzustellen. Derjenige der sie am schönsten darstelle bekomme eine Prämie von 1.000 Dukaten.
Sie meißelten, schmirgelten und polierten die Steintafel so eifrig, dass der erste nach 4 der nächste nach 6 und der letzte nach 10 Tagen fertig war.
Alle Steinmetze fanden sich am Nachmittag des 10. Tages im Schloss der Königin ein. Die Königin rief sie einzeln auf und lies jeden Steinmetz die Abbildung vorstellen.
Als sie alle drei Tafeln betrachtet hatt'e, musste sie sich entscheiden. Nach langer Überlegung entschied sie sich für den zweiten Steinmetz.
Der zweite Steinmetz hatte sie wirklich als "Sonnenkönigin" dargestellt. Er hatte ihre Kleider so hell und strahlend dargestellt, dass man denken konnte, man würde direkt in die Sonne blicken. Ihre Haare waren so glänzend und hell, als wären sie aus reinstem Gold.
Der zweite Steinmetz freute sich sehr darüber dass er gewonnen hatte und die Prämie bekam. Die zwei anderen gingen betrübt in ihr Dorf zurück.
M.H.








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