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Der Mathematikunterricht in der Oberstufe
Nach der Übernahme der Klasse aus der Klassenlehrerzeit geht es zunächst darum, die Schüler an die unterschiedlichen Fachlehrer sowie an die Arbeitsweisen in der Oberstufe heranzuführen.

Der Bruch nach achtjähriger Klassenlehrerzeit mit enger Bezugsperson macht sich in der 9. Klasse häufig zunächst in einer Orientie-rungslosigkeit sowie in Disziplinproblemen bemerkbar. Dadurch sind Unterrichtsinhalte leider oft nur schwer und nicht in der gewünschten Intensität vermittelbar. Aus dieser Erkenntnis heraus sind wir dazu übergegangen, dass ein Fachlehrer schon in der 7. und 8. Klasse die Mathematikepochen begleitet bzw. übernimmt und erhoffen durch das frühere Loslösen von der fast ausschließlichen Klassenlehrerinnen-Bindung in einem Hauptfach für die Schüler einen leichteren Übergang in die Oberstufe.

Inhaltlich umfaßt das Fach Mathematik in der 9. Klasse die Themen Quadratwurzeln und reelle Zahlen sowie die quadratischen Gleichungen und Ungleichungen. In den Geometrie- Epochen werden die Flächensätze am Dreieck sowie die Ähnlichkeit von Vielecken inklusive der Strahlensätze behandelt.

In der 10. Klasse ist die Umbruchzeit größtenteils überstanden und intensiveres Arbeiten mit den Schülern möglich.
Inhaltlich bedeutet dieses in groben Stichworten aufgelistet:
- Potenzen und Wurzeln
- Exponential- und Logarithmusfunktionen
- Kreisberechnungen
- Körper und Körperberechnungen
- Trigonometrie und entsprechende Berechnungen an Dreiecken
- Eigenschaften der trigonometrischen Funktionen.

Im Verlauf der 11. Klasse, ist festzustellen, daß sie sich in ihrer Arbeits- und Motivationshaltung verändern. Ihnen wird zunehmend bewußt, daß sie für ihre Zukunft und Berufsaussichten lernen und arbeiten.
Leider ist in den letzten Jahren immer wieder festzustellen, daß aus den Jahren davor bei vielen Schülern durch Motivationsmangel große fachliche Defizite vorhanden sind. So müssen zunächst - eingebaut in übergreifende Sichtweisen der Funktionentheorie - lineare und quadratische Funktionen wiederholt werden. Sie werden dann um Betrags- und Potenzfunktionen sowie zusammengesetzte Funktionen erweitert. Großen Raum nehmen dann die ganzrationalen Funktionen ein, anhand derer die Grundlagen für die Funktionsuntersuchungen mit Hilfe der Differentialrechnung in der 12. Klasse ( Horner-Schema, Nullstellen-Bestimmung mittels Polynomdivision, Linearfaktor-Zerlegung, Symmetrieverhalten u.a.) vorbereitet werden. Einen weiteren Schwerpunkt stellen dann die Folgen und Reihen dar (insbesondere die arithmetischen und geometrischen Folgen) bis hin zu konvergierenden Folgen und entsprechender Grenzwertsätze.

Damit ist der Übergang zur 12. Klasse eingeläutet, die sich mit der Differential-und Integralrechnung beschäftigt. Schwerpunkte sind die Diskussionen ganzrationaler sowie gebrochenrationaler Funktionen.

Für die Schüler, die in der 13. Klasse die Abiturprüfung machen wollen, ist dies absolut notwendiger Unterrichtsinhalt. Für die Schüler jedoch, die nach der 12. Klasse die Schule mit der Fachoberschulreife (frühere Mittlere Reife) verlassen wollen, geht der Unterrichtsstoff weit über das normale Niveau hinaus. Um diesen „Spagat" einigermaßen zu lösen und verantworten zu können, sind wir zu der Vorgehensweise gekommen, spätestens mit Beginn des 2. Halbjahres in der 12. Klasse (1. Februar) die Klasse zu teilen. So können die Fachoberschulreife-Schülerlnnen gezielter auf ihre Bewerbungen und auf ihre zukünftigen Anforderungen, kurz gesagt: „aufs Leben", vorbereitet werden. Beginnend mit einer Wiederholung von Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung geht es weiter mit Zinseszinsen, Ratenkäufen und Tilgungsplänen. Die Schülerinnen sollen zudem die „mathematischen Teilbereiche" in Bewerbungstests kennenlernen. Diese inhaltliche Trennung der Kurse wäre im Prinzip schon früher wünschenswert. Die verbleibenden 5 Monate sind knapp bemessen. Jedoch lehrt uns die Erfahrung der letzten Jahre, daß es immer wieder Schüler gibt, die zu Beginn der 12. Klasse noch nicht entschieden haben, ob sie die 13. Klasse weiterführen wollen. Für diese Schüler wäre die Teilung zu einem früheren Zeitpunkt eine zu frühe Festlegung.

In der 13. Klasse, die nur noch die Schüler besuchen, welche die Abiturprüfung ablegen wollen, liegt der Unterrichtsschwerpunkt auf der analytischen Geometrie (Vektorrechnung). Kurz behandelt werden Geraden und Ebenen, ihre Lage zueinander sowie diverse Abstandsprobleme. In der Analysis werden die Inhalte aus der 12. Klasse vertieft und Funktionsscharen untersucht.
Im Leistungskurs kommen die Exponential- und Logarithmusfunktionen hinzu sowie in der analytischen Geometrie die Themen Kreis- und Kugelgleichungen inklusive ihrer Tangenten und Tangentialebenen.

Die 13. Klasse ist - nicht nur im Fach Mathematik - inhaltlich sehr vollgepackt. Berücksichtigt man, daß für die schriftlichen Fächer (Mathematik ist da Pflichtfach!) die Abiturklausuren bereits Ende April geschrieben werden, kann man nachempfinden, unter welchem zeitlichen und psychologischem Druck die Schülerinnen (und Lehrerinnen!) stehen. Neben der inhaltlichen Vermittlung ist es daher m.E. in diesem Jahr von besonderer Bedeutung, den Schülerinnen immer wieder Mut zu machen, ihr Selbstbewußtsein zu stärken und jede „Absack-Phase" einzelner Schülerinnen während dieses Jahres möglichst schnell aufzufangen. Die Erfahrungen von nunmehr zwei Abiturdurchgängen zeigen uns aber, daß diese Hürde von den meisten Schülerinnen der 13. Klasse geschafft wurde! Darauf bauen wir auf.

Annette Schwarzenthal, Gholam Bawadi







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