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Warum Weihnachtsspiele?
Wir freuen uns auf Weihnachten ...

Wissen Sie schon, wie Sie in diesem Jahr Weihnachten feiern werden? Mit vertrauten Menschen? Kindern? Einem Weihnachtsbaum und Kerzen? Vielleicht auch mit einem Kirchenbesuch oder sogar mit dem Anschau- en der Weihnachtsspiele?

Was ist das Besondere an diesen Spielen, die Jahr für Jahr auf fast allen Waldorfschulen und anthroposo- phischen Einrichtungen der Welt von den unterschiedlichsten Menschen eingeübt, aufgeführt und angeschaut werden? Wo kommt die Kraft her, die die Spiele trotz aller Schwierigkeiten und immer neu auf flackernder Kritik bis heute lebendig erhalten hat? Warum sind besonders Kinder von diesen Spielen so stark fasziniert, dass sie sie spätestens dann schmerzlich vermissen, wenn sie sie aus irgendeinem Grunde in einem Jahr einmal nicht anschauen konnten?



Wir leben heute in einer Zeit, in der fast alle Menschen von ihrem überwiegenden Lebensgefühl her stark verunsichert sind. Niemand kann sagen, was die Zukunft bringen wird und die Vergangenheit ist voll von Irrtümern und Fehlern, deren Folgen wir immer mehr spüren und zu tragen haben. Da tut es wohl sich auf das zu besinnen, was man unmittelbar erleben und nachvollziehen kann.

Weihnachten ist, neben Ostern, in dem christlich geprägten Teil der Welt traditionell das größte und für die allermeisten auch schönste Fest des Jahres. Das merkt man schon an den besonderen Anstrengungen, die sehr viele Menschen in der Weihnachtszeit aufzubringen bereit sind. Die Weihnachtsspiele bieten die Gelegenheit, sich in dieser hektischen und unsicheren Zeit eine Auszeit zu gönnen und sich wieder ganz neu mit uralten Themen zu verbinden, mit der Entstehung des bewussten Seins des Menschen, der Weihnachts- geschichte und den Ursprüngen des Christentums.

In aller Regel bestehen die Spielgruppen (Companeien) aus Laienschauspielern, die mit mehr oder weniger großen Talenten, immer aber mit viel Engagement diese Inhalte lebendig werden lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das ist in jedem Jahr ganz anders. Immer aber kommt irgendwann bei den Proben Weihnachtsstimmung auf, jener Funke, der nun seit über zweitausend Jahren Menschen in Bewegung gesetzt hat und besonders die Kinder so stark berührt.

Es ist ja auch schon ganz schön aufregend an solch einem besonderen Termin zu spielen und etwas von der Spielfreude und Inigkeit hinüber zu tragen bis in die Aufführung.



Seit alter Zeit werden die Texte im oberuferer Dialekt gesprochen, was ganz besondere Audrucksmöglich- keiten bietet und zusammen mit den sehr deutlichen, oft sogar fast drastisch- direkt zu nennenden Bildern eine eigenartige Mischung ergibt. Dies ist etwas ungewöhnlich, wird aber in der Regel gut verstanden, da ja alle Inhalte von Alters her sehr gut bekannt sind. Zudem haben sich einige Companeien um eine behutsame neuhochdeutsche Version einiger Textpassagen bemüht, die der ursprünglichen Fassung recht nahe kommt. Wer sich auf die sprachlichen Besonderheiten einlassen mag, wird an vielen Stellen Redewendungen heraushören, die von Witz, Schlagfertigkeit und ungeahnter hintergründiger Weisheit zeugen, die richtig authentisch und ausdrucksstark eben nur in einer dem Volk nahen Sprache zu vermitteln sind.

Wir freuen uns auf Weihnachten und auf die Aufführungen und auf viele Menschen, die sich mit uns auf die Mysterien des Weihnachtsgeschehens einlassen mögen. Besonders aber freuen wir uns auf die Kinder, für die das Ereignis der Geburt des Gotteskindes eine noch sehr leicht nachfühlbare Realität ist.

Kurt- M. Konnow








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